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Vizebürgermeister Franz X. Gruber gratulierte Maria Ruetz im Beisein ihrer Tochter und den drei Söhnen zum 100. Geburtstag.
Vizebürgermeister Franz X. Gruber gratulierte Maria Ruetz im Beisein ihrer Tochter und den drei Söhnen zum 100. Geburtstag.

„Eine echte Pradlerin“ wird 100

Vizebürgermeister Gruber gratulierte Maria Ruetz zum Geburtstag

Am 5. Mai feierte Maria Ruetz ihren 100. Geburtstag. Zu diesem Anlass besuchte Vizebürgermeister Franz X. Gruber die rüstige Dame kürzlich im Wohnheim Pradl und überbrachte herzliche Geburtstagsglückwünsche und einen bunten Frühlingsblumenstrauß. „Liebe Frau Ruetz, im Namen der Stadt Innsbruck wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute zu Ihrem 100. Geburtstag“, so Gruber. „Ich danke Ihnen von Herzen“, freute sich die Junggebliebene über den Gratulationsbesuch.

In einem damals bäuerlich geprägten Pradl aufgewachsen, besuchte die Jubilarin die Ursulinenschule am Innrain. Anschließend arbeitete sie bis zur Pensionierung ihrer Mutter im Greißlerladen in der Pradler Straße mit. Von 1964 bis 1986 führte sie selbstständig eine Tabaktrafik in der Amraser Straße gegenüber dem Sonnpark.

Während des Krieges heiratete die 24-Jährige und lebte mit ihrem Mann sowie einer Tochter und drei Söhnen im Stadtteil Hötting. Ihr Ehemann war als Justizbeamter beruflich tätig und wurde wie viele andere Tiroler in den Krieg einzogen. Nach Jahren in französischer Gefangenschaft kehrte ihr Mann wieder nach Innsbruck zurück. Gezeichnet von den Kriegsereignissen verstarb ihr Gatte 1958 nach nur 15 Jahren Ehe bereits im Alter von 55 Jahren. Fortan war die Witwe mit jungen 39 Jahren und vier Kindern auf sich alleine gestellt. „Hätte ich nicht die schwere Zeit erlebt, wüsste ich es heute nicht zu schätzen, wie gut es mir eigentlich geht“, blickte die agile 100-Jährige an ihrem Jubeltag demütig zurück. Neben vier Kindern hat die Innsbruckerin fünf Enkel- und drei Urenkelkinder.

Lebhaft bis ins hohe Alter
1978 zog Maria Ruetz wieder in ihr geliebtes Pradl zurück. „Unsere Mutter kann auf eine schöne und bewegte Zeit zurückblicken“, stellte einer der Söhne fest. Dass alle ihre Kinder einen erfolgreichen beruflichen Weg gegangen sind und sie jetzt auch noch ihre Pensionierung erleben konnte, freut das Geburtstagskind besonders. Zu ihren größten Leidenschaften zählten das Bergwandern und Reisen. „Sie kennt wahrscheinlich alle Almen Nord- und Südtirols“, erzählten die Kinder mit einem Augenzwinkern. Nach ihrer Pensionierung war unter anderem Island ihre erste Reisestation. Bis zum 84. Lebensjahr ist die unternehmungsfreudige „Altpradlerin“ sogar noch selber mit dem Auto gefahren.

In einer gemütlichen Runde mit der Familie und dem Heimpersonal tauchte auch die Frage auf, wie viele 100-Jährige es in der Stadt Innsbruck derzeit gibt. Mehr als 30 Personen sind 100 Jahre oder älter. „Da bist du nicht alleine, Mama“, betonte die Tochter mit einem Lächeln. „Da haben’s allerhand was zu tun“, scherzte die Seniorin in Richtung Gruber. „Genießen Sie Ihren Ehrentag mit Ihren Liebsten“, verabschiedete sich Vizebürgermeister Franz X. Gruber von der Jubilarin und ihrer Familie. (MF)