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Bürgermeister Georg Willi stellte das Projekt "Luisa-ist-hier" gemeinsam mit Fred Lordick (Co-Initiator "Luisa-ist-hier" und Mitbetreiber des Clubs Dachsbau), Katharina Hölbing (Verein "Frauen gegen VerGEWALTigung"), Gemeinderätin Barbara Neßler und Vizebürgermeister Franz X. Gruber (v.l.) im Club Dachsbau vor.
Bürgermeister Georg Willi stellte das Projekt "Luisa-ist-hier" gemeinsam mit Fred Lordick (Co-Initiator "Luisa-ist-hier" und Mitbetreiber des Clubs Dachsbau), Katharina Hölbing (Verein "Frauen gegen VerGEWALTigung"), Gemeinderätin Barbara Neßler und Vizebürgermeister Franz X. Gruber (v.l.) im Club Dachsbau vor.

„Luisa“ ab sofort in Innsbruck aktiv

Sozialprojekt „Luisa ist hier“ als schnelle und unkomplizierte Hilfe bei sexualisierter Gewalt im Nachtleben

Am Donnerstagvormittag, 9. Mai, drehte sich im Club „Dachsbau“ in der Innsbrucker Altstadt alles um „Luisa“, die in der Tiroler Landeshauptstadt österreichweit erstmals zum Einsatz kommt. Bei „Luisa ist hier“ handelt es sich um ein Sozialprojekt zur Prävention sexualisierter Gewalt und sexuellen Übergriffen im Nachtleben. Gemeinsam mit TeilnehmerInnen sowie Projektbeteiligten gaben Bürgermeister Georg Willi, Vizebürgermeister Franz X. Gruber und Gemeinderätin Barbara Neßler nähere Einblicke in das Konzept. Die Erhöhung der Sicherheit im Innsbrucker Nachtleben durch „Luisa“ wurde bereits im Arbeitsübereinkommen 2018-2024 der Innsbrucker Stadtregierung festgehalten. 

Einerseits hilft „Luisa ist hier“ Betroffenen aktiv, niederschwellig und sofort aus ihrer Situation, andererseits trägt das Projekt zur Prävention und Sensibilisierung für die Thematik bei. Rund 15 Lokale, die auch entsprechend gekennzeichnet sind, nehmen in Innsbruck bisher am Sozialprojekt teil. Details: www.Luisa-ist-hier.at

Schnelle, diskrete und unkomplizierte Hilfe

„Für ein gemeinsames Zusammenleben ist es unerlässlich, auf einander Acht zu geben und zu helfen. Das Projekt trägt dazu bei, die Wahrnehmung zu schärfen und gemeinsam ein deutliches Signal gegen sexualisierte Gewalt zu setzen“, unterstützt Bürgermeister Willi das Konzept.

„Sexuelle Belästigung im öffentlichen Raum ist ein sehr großes Thema. Niemand soll sich unterwegs im Nachtleben unsicher fühlen. Das Projekt trägt nicht nur zum Schutz Betroffener bei, sondern stärkt auch die Sensibilisierung und das Bewusstsein gegenüber Gewalt im Nachtleben“, betont Vizebürgermeister Gruber.

„Besonders Frauen erleben leider immer noch sexualisierte Gewalt in der Bar- und Clubszene, auch in Innsbruck. ,Luisa‘ zielt auf Prävention als auch auf aktives Handeln in der jeweiligen Situation ab“, weiß Gemeinderätin Neßler: „Mit einem Codewort können sich Betroffene schnell und ohne lange Erklärungen aus unangenehmen Situationen befreien. Durch ,Luisa‘ wird die oft unangenehme Frage nach Hilfe vereinfacht.“

Innsbruck als österreichischer Vorreiter

In mehr als 60 deutschsprachigen Städten wird „Luisa ist hier“ bereits erfolgreich umgesetzt. Die Tiroler Landeshauptstadt ist die erste österreichische Stadt, welche an diesem Projekt teilnimmt.

Mit der Frage „Ist Luisa hier?“ können sich Gäste in den Innsbrucker Lokalen sofort, diskret und effizient an das Personal wenden. Denn die Frage fungiert als Code, um bei Belästigung, Bedrohung oder Angst vor Übergriffen ohne weitere Erkläung Hilfe zu erhalten. Das Personal der Gastronomie wurde und wird im Zuge von kostenlosen Schulungen mit den passenden psychologischen Werkzeugen ausgestattet, um eine reibungsfreie Lösung von Konfliktsituationen zu ermöglichen. Im Nachtleben sollen sie ganz generell in der Lage sein, schnell und effizient auf unangenehme Situationen zu reagieren. Wie die Hilfe im konkreten Fall aussieht, kann stark variieren: Vom Rauswurf der störenden Person bis hin zur korrekten Reaktion auf den Konsum bestimmter Substanzen oder auch die Vermittlung von Betroffenen an die richtige Stellen – das Personal der teilnehmenden Lokale wird umfassend geschult. Erste Schulungen fanden heuer bereits statt, eine weitere wird im Herbst angeboten. Interessierte können sich per Mail an info@luisa-ist-hier.at anmelden.

Für die Umsetzung des Konzeptes in Innsbruck wurde von „Dachsbau“ und „PMK“ der Verein „Club Commission“ gegründet. In Kooperation mit der Drogenarbeit Z6, dem Tiroler Frauenhaus und dem Verein Frauen gegen VerGEWALTigung werden die „Luisa“-Schulungen angeboten. (AA/AD)